Hoffnung im Blick mit Almut Seyberth

Almut Seyberth ist Kommunikations- und Medienreferentin bei st. moment in Hamburg. st. moment ist eine Service-Agentur der Evangelischen Kirche in Hamburg für Rituale wie Taufe, Hochzeit und Bestattung. Ziel ist, besondere Lebensmomente zu schaffen – mit der Kraft alter christlicher Rituale und Offenheit für neue Elemente.

Was ist das Besondere bei der Kommunikations- und Medienarbeit bei st. moment?

Naja, zu allererst: Wir kommunizieren über wunderschöne Themenbereiche! Menschen in bedeutenden Momenten ihres Lebens zu begleiten, dabei sein zu dürfen, wenn sie ihr Kind in der Welt willkommen heißen, wenn sie ihre Liebe feiern, wenn sie sich von geliebten Menschen verabschieden, das ist ein großes Geschenk. Und dementsprechend ist es auch eine große Freude, das in die Welt zu tragen. 

Und dann habe ich eine große Freiheit in meiner Arbeit, denn wir wollen ja ganz bewusst auch Neues ausprobieren, inhaltlich wie formal. Witzige kleine Insta-Clips zu drehen gehört deswegen genauso zu unseren Aufgaben wie die klassische Pressearbeit, und neulich haben wir zum Beispiel einen neuen Unterbereich auf unserer Homepage gebaut für queere Rituale. Wir wollen noch weitere Soziale Netzwerke neben Instagram erobern, uns multimedialer aufstellen, online besser auffindbar werden. Die Herausforderungen gehen uns also nicht aus!

Was gibt Dir bei Deiner Arbeit Hoffnung?

Zum Glück funktioniert Kommunikation ja nicht nur in eine, sondern in zwei Richtungen, ich bekomme auch Rückmeldungen. Neulich haben wir zum Beispiel auf dem CSD in Hamburg Menschen gesegnet, Pastor*innen im Talar mit Regenbogen-Engelsflügelchen, Glitzer und Konfetti. Und da dann zu sehen, wie Menschen Tränen in den Augen haben, weil dieser Segen so viel bedeutet. Danach in den Kommentaren auf Insta zu lesen, wie berührt und dankbar jemand war, der mit seinem Freund gesegnet wurde. So ein Feedback gibt richtig viel Hoffnung, etwas bewirken zu können mit unserer Arbeit. Und eben auch zu sehen: Es bewegt sich etwas in der Gesellschaft, und Kirche kann daran mitwirken. 

Worauf hoffst Du in den nächsten Monaten?

Ich hoffe sehr, dass ein bisschen von der bunten, friedlichen, vielfältigen Aufbruchsstimmung, die ich auf dem CSD spüren konnte, in die gesellschaftlichen Entwicklungen reinschwappt, die aktuell ja leider eher in die andere Richtung gehen. Ich hoffe, dass die mediale Repräsentation unterschiedlicher Lebensrealitäten gerade jetzt nicht wieder zurück geht, nur weil nicht mehr Pride gefeiert wird. Und ich hoffe, dass Kirche sich dabei weiter laut und sichtbar auf die Seite der Menschen stellt, die von Diskriminierung betroffen sind. 

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Almut Seyberth

Referentin für Kommunikation & Medien

ist seit der Gründung 2022 von st. moment dabei. Davor war sie deutlich weiter südlich anzutreffen: Nach ihrem Studium in Florenz und Bonn war sie zunächst für ARTE in Straßburg und dann für das Deutsch-Französische Jugendwerk in Paris tätig, bevor sie 2018 zurück in Deutschland die Medienarbeit für den Jugendverband des THW übernahm – und schließlich im hohen Norden landete.

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