Du forschst zum Thema Desinformation und Informationsmanipulation. Wie würdest Du den Stand der Forschung zusammenfassen?
Informationsmanipulation und Desinformation, bzw. das breitere Thema Misinformation, sind ein vielfältiges Forschungsfeld mit unterschiedlichen Perspektiven und Ansätzen aus ganz verschiedenen Disziplinen, darunter Psychologie, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft. Seit etwa 10 Jahren, beginnend mit der ersten Trump-Wahl und dem Brexit, gewinnt die Forschung zunehmend an Fahrt. Eine wichtige aktuelle Erkenntnis ist, dass mit der zunehmenden Verbreitung und qualitativen Verbesserung KI-generierter Inhalte große Risiken mit Blick auf die Glaubwürdigkeit von Informationen, aber auch auf das öffentliche Vertrauen in Informationsquellen im Internet, insbesondere auf Social Media-Plattformen, verbunden sind.
Was gibt Dir in Deinem Forschungsumfeld Hoffnung?
Hoffnung gibt mir die weltweit große Community von Forscher*innen und Praktiker*innen, die sich der Untersuchung von Falschinformationen und Informationsmanipulation sowie der Entwicklung von Gegenmaßnahmen verschrieben haben, und der enge Austausch, der innerhalb der Community stattfindet.
Worauf hoffst Du in den nächsten Monaten?
Gerade habe ich gelesen, dass die Europäische Kommission der Plattform X eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro auferlegt hat wegen Verstößen gegen Transparenzverpflichtungen unter dem Digital Services Act (DSA). Das gibt mir Hoffnung, dass unsere digitalen Rechte auch in Zukunft immer stärker durchgesetzt werden und Demokratien toxischen Informationsumwelten und dem Thema Manipulation nicht machtlos gegenüberstehen.