Deine Graphic Novel „Ching Chang Stop“ thematisiert Alltagsrassismus. Wie bist Du auf dieses Thema gekommen?
Alltagsrassismus ist ein Thema, das sich mir, durch mein nicht-weiß sein, mein ganzen Leben lang förmlich aufgedrängt hat. Ich wollte es nur lange nicht wahrhaben. Ich dachte ich stelle mich nur an. Als dann Corona kam häuften sich die Rassistischen Situationen im meinem Alltag so drastisch, dass es unmöglich war noch weiter so zu tun als würde ich mir das ganze nur einbilden. Ich habe angefangen mit anderen Betroffenen zu sprechen und war, das klingt so naiv, überrascht wie gut es tut. Mit einem neuen Blick und viel Wut ist dann mein Buch entstanden.
Welche Rolle spielt Hoffnung bei Deiner Arbeit als Illustratorin und Autorin?
Hoffnung war in meiner Arbeit an meinem Buch allgegenwärtig. Ich habe gehofft und hoffe, dass sich Menschen gesehen fühlen. Gesehen in ihrem Leid und gesehen in dem Leid das sie verursachen. Ich habe gehofft, dass ich nicht noch mehr Anfeindungen erleben muss durch die Veröffentlichung des Buches - was bisher zum Glück nicht passiert ist - und ich hoffe, dass noch viel mehr Menschen ihre Geschichten aufschreiben, malen, in Lieder stecken und anderen erzählen.
Worauf hoffst Du in den nächsten Monaten?
Ich hoffe darauf es zu schaffen weniger am Handy zu sein und mehr mit Leuten persönlich in Kontakt zu treten. Ich liebe das Internet. Die Möglichkeit sich mit Menschen zu vernetzen, die ich sonst nicht kennenlernen würde und Perspektiven zu hören, die im allgemeinen Diskurs untergehen. Gleichzeitig saugt mich social media gerade so aus. Ich möchte wieder mehr zu Veranstaltungen, Demos und anderen Treffen gehen. Präsent im Jetzt und kreativ sein und natürlich, mein Vorsatz für jedes Jahr, mehr lesen.